Es gibt keine schwarzen Limousinen mehr.

Es gibt keine schwarzen Limousinen mehr.

„Steigen Sie ein.“ Wer denkt da nicht an die schwarze Limousine, die bei Hitchcock auftaucht und neben dem unschuldig unter Verdacht geratenen Helden anhält, der sich plötzlich der misslichen Situation ausgesetzt sieht, dass sein Leben auf einem Rücksitz enden könnte. In den 1970ern, 1980ern waren es eher die Drogenbarone, die eine solch freundliche Einladung zu einer Fahrt um den Block ausstießen. Nach der Jahrtausendwende hockte der alkoholkranke Ermittler, der zwischen zwei Morden vor dem Haus der Ex-Frau parkte, schon verstummt in seinem Gebrauchtwagen, um zu beobachten, wie die Verflossene mit ihrem neuen Lebensabschnittsgefährten, sein Kind auf den Rücksitz packte. In den letzten Jahren sind wir nun endgültig von der Straße ins leere Großraumbüro gewechselt, in den technisch aufgerüsteten Keller oder den Coffeeshop an der Ecke mitsamt Wlan. Kommt eine Geschichte nicht voran, taucht der Hacker auf, der den muskelbepackten Bodyguard mitsamt Unterweltboss auf der Rückbank abgelöst hat. Er ist Jahr für Jahr zum Best Actor in a Supporting Role nominiert. Ausgestattet mit dem Weltwissen einer Generation holt er jeden Autor mit Plotschwierigkeiten aus der Klemme. Hacker all over the world. Er findet die Information, die Identität, die Verschwörung. Ganz ohne Dialog mit einer Tastenkombiantion. „Steigen Sie ein.“ gehört zu den verlorenen Sätzen des Genres. Und es tröstet auch nicht darüber hinweg, dass jeder Hacker sich mittels Eingriff ins HTML selbst in Kunigami auskennt.