Wir dürfen alles.

Wir dürfen alles.

Wenn es keine Zensur gäbe, hätten Schriftsteller keine Bedeutung, hat Susan Sonntag in ihren Tagebüchern geschrieben. Und gleich hinzugefügt, es sei also nicht so einfach gegen Zensur zu sein. Wir sehen uns um und fragen uns, wo ist denn bitte bei uns die ZENSUR? Galt es früher, etwas zu streichen, damit es nicht gelesen wurde, heißt es heutzutage, so viel an Neuigkeiten hinauszuwerfen, dass das Unbequeme in der Flut ertrinkt. Wir dürfen alles. Glücklichsein. FREIHEIT, Brüderlichkeit… und wie hieß das dritte Wort noch? Inflation. Nein… Gleichheit. Das schaffen wir dieses Jahrhundert noch. Am Ende werden wir wenigstens die Einebnung aller erreicht haben. Gleichheit. Bedeutet das nicht Zensur, wenn alle alles übereinander wissen? Uns dazu anhalten, endlich zu begreifen, dass Privatsphäre sich nicht lohnt? Schließlich haben wir doch nichts zu verbergen. GOLDENE ZEITEN für Schriftsteller.