Wenn hinten etwas dabei rauskommt.

Wenn hinten etwas dabei rauskommt.

Jon Henley vom Guardian unternimmt Twitterreisen. Kurz bevor er seine Reise antritt, twittert er, dass er ein bestimmtes Land bereist und bittet um Hilfe bei dem, über das er schreiben will. Das Netz überflutet ihn daraufhin mit Tweets und es kommt zu direkten Begegnungen, die zuvor nicht eingeplant waren. Sein Journalismus bekommt mit einmal eine Erdung, die selbst die ausführlichste Recherche nicht zu bieten hat. Auch eine Möglichkeit sich durchs Netz zu bewegen. Statt Katzenfotos oder fremdmarkierter Shirt-Werbung. Wie komme ich in Kontakt, lautet die nervtötende Frage aller Fragen im Netz, vielmehr sollte sie lauten, was fange ich mit meinen Kontakten an, statt nur ständig geliked werden zu wollen. Jon Henleys Wagnis besteht darin, sich einzulassen, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt. Statt spießbürgerlicher Heimeligkeit die Ungewissheit. Sicher ist so eine Twitterreise mit Unmengen an Möglichkeiten mitunter eine Tortur, aber gibt es kein größeres Abenteuer, als sich im Unbekannten zu bewegen, statt ein privates Poesiealbum zu eröffnen.