Von den Gesetzlosen

Von den Gesetzlosen

Sollen sie halt, würde ich gerne Lisa Kuppler auf ihren Lagebericht in der FAZ zum Stand des deutschen Krimis antworten. Sollen Sie zwischen U und E unterscheiden. Wir lesen weiter, schreiben weiter, verlegen weiter, werden Monat für Monat von Krimis überschwemmt. Natürlich gibt es immer wieder Autoren, die es ins Feuilleton schaffen. Selbst sie werden benutzt, um die Deutungshoheit des Feuilletons über den Heiligen Gral der Sprache zu unterstreichen. Sollen sie halt. Bücher leben von der Diskussion. Deswegen ist der deutsche Streit über U und E auch so fruchtbar. Er regt uns auf und lässt sich doch nicht beenden. Wird eine Geschichte besser, wenn sie mit einer literarische Medaille dekoriert wird? Ein guter Krimi ist ein Krimi, der sich gut verkauft, lautet offenbar das Motto. Da habe ich gerade aus der Verlagswelt wieder von zwei Beispielen gehört, bei denen Autoren nicht fortgesetzt werden, weil sie nicht die Auflagen in einem schmalen Zeitkorridor gebracht haben. Das Quotenschreiben ist viel gefährlicher als die Unterscheidung zwischen E und U. Es geht um Z und A. Schreib das, was ich lesen will! Wie viel Zeit hat ein Autor, um sich zu entwickeln? Ab wie wenig Auflage ist er den Verlagen nichts mehr wert? U und E, Z und A, wahrscheinlich bewegen wir uns auf die Art durch das gesamte Alphabet. Nur vor dem L  sind wir sprachlos. Der Leser macht, was er will. Wirft uns mal ein E und U hin, dann wieder ein ein Z und ein A. Reinste Anarchie.