Tue dies nicht, tue das nicht.

Tue dies nicht, tue das nicht.

Das kennen wir aus der Schulzeit. Regeln waren dazu da, uns einzuschüchtern, weil sie von anderen aufgestellt wurden, damit wir reibungslos funktionierten. Im Genre ist das anders. Autoren gieren nach Tipps der großen Namen. Sie wollen erfolgreich sein. Ein Massenpublikum anziehen. Wenn die Großmeister es auf dem Weg geschafft haben, warum nicht auch wir? Nach den goldenen Leitsätzen eines Elmore Leonard folgen nun die launischen Regeln eines Denis Lehane. Allemal golden, allemal ehern, allemal mit den Zahlen 1 bis 10 versehen. Es ist ganz einfach: das Schreiben. Unterläuft dir kein Fehler, gehst du kein Risiko ein, befolgst du alles artig, wirst du zum reinen Abklatsch. Niemand schreibt automatisch wie Leonard, wenn er die Ausrufezeichen weglässt, nicht mit dem Wetter startet. Wer Lehane abkupfern will, sich ein großes Ego zulegt und auf elterliche Zustimmung verzichtet, ist durch die eine oder andere Therapiesitzung gestählt fürs Seriengeschäft wie geschaffen, oder? It’s Showtime. Allerdings taucht da bei den großen Namen auch das eine oder andere schlechte Buch auf. Eines, das wir irgendwie schon einmal von ihnen gelesen haben. Wieso bloß? Die eigenen Regeln übersehen? Vergessen, dass es nicht auf die Regeln ankommt, sondern darauf sie zu brechen, aufzubegehren, sie umzustoßen?