Tricks

Tricks

Schriftsteller sprechen oft davon, dass sie ein Buch zur Gänze durchdacht haben müssen, bevor sie sich an die erste Seite setzen. Natürlich gibt es auch solche, die sich daran berauschen, alles auf sich zukommen zu lassen. Der Plotter jedoch, der, der erst einmal ein Konstrukt aufstellt, das notwendigerweise zum Großteil auf Vertuschung beruht, der jede Möglichkeit einer Entwicklung abwägt, für den steht der Trick im Mittelpunkt, den niemand bis kurz vor Ende durchblickt. Im Clou wurde ein ganzes Wettbüro aufgebaut, um Paul Newman zu retten, und verschwand danach. In American Hustle entwächst aus dem Chaos, das sich der Betrug immer mehr in sich verstrickt, gegen Ende eine blasse Finallösung, ganz der Maxime entsprechend: Nichts ist, wie es scheint. Während der durch Angstzustände gehemmte Roy in Tricks von einem Mädchen hereingelegt wird, das vorgibt, seine Tochter zu sein. In allen drei Geschichten ist es der eine Aufhänger, um den sich alle Schicksale drehen. Das Herzstück. Der Reinleger. Er ist bei Weitem wichtiger als die Figuren, denn ohne ihn hätten sie in diesen Geschichten nichts zu suchen. Während im HSH-Prozess nun ein allgemeiner Freispruch gesprochen wurde. Es sei schwierig, mögliche Verfehlungen strafrechtlich zu erfassen. Wie gesagt, es ist die Grauzone, in der die besten Tricks funktionieren. Und nicht immer muss danach eine ganze Bank abgebaut werden.