Tie me up! Tie me down!

Tie me up! Tie me down!

Ich bin unschuldig. Niemand vermochte aus diesem kleinen Satz eine spannendere Geschichte zu bauen als Hitchcock. Er besetzte die Hauptrolle gerne mit dem Typus des weißen Mittelstands und ließ seine Zuschauer mitzittern. Wie leicht hätte es passieren können, dass wir selbst in eine solche Falle liefen, die sich nur mit dem Wort Schicksal erklären ließ. Was hatte der arme Cary Grant denn in North by Northwest getan? Nichts. Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. So verwandeln die Plotansätze im Genre uns in lesende Komplizen. Ich werde betrogen, schallt es da aus den Zeilen. Mein Kind ist nicht nach Hause gekommen, klingt so, als hätte der Autor unsere Nummer selber gewählt. Das kriminelle Stammtischgeflüster versteckter Ängste tobt sich nirgendwo so ungezügelt aus wie im Plotaufbau. Oftmals verdeckt durch die Charakterzeichnung der Figuren, regionaler Auswüchse oder der Verrottung gleich auf mehreren globalen Schauplätzen in der Welt. Streichen wir den Inhalt auf eine halbe Seite zusammen, reduzieren wir das wiederum auf eine Viertelseite, bis schließlich nur noch ein auf einen Satz dasteht, bleibt nicht viel mehr zurück als ein Ausruf von Furcht. Ums Geld, um die Liebe, die Macht und das Leben überhaupt. Ist in der Belletristik nicht anders. Autoren wissen eins: Will ich Bücher verkaufen, muss ich ganz nah an den Leser heran.