This could be funny.

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Vom Drang, schreiben zu wollen, was Verlage auch verkaufen, erblinden manche Autoren. Nicht umsonst züchten die Markstrategen der Branche Schreibsklaven heran, die das bedienen. Auf der Suche nach Anerkennung werden Exposés und dreißig Seiten en masse produziert, um anzutesten, ob Agenten oder Verlage auf Plots anspringen. James Patterson geht nun laut NY Times einen Schritt weiter. Nicht weil er noch einen Verlag suchen müsste, vielmehr der Sucht nach dem ultimativen Kick gehorchend. Als genialer Selbstvermarkter angesichts horrender Auflagen geschätzt, versteigert er die Erstlektüre sein neues Buch für knapp 300.000 Dollar. Der vermögende Leser erwirbt damit einen First-Class-Flug ins Unbekannte, eine Nacht im Luxushotel, ein mit 14 Karat vergoldetes Fernglas und ein 5-Gänge-Menü mit niemand Geringerem als James Patterson himself. Und natürlich eine Ausgabe von „Privat Vegas“, die sich allerdings 24 Stunden, nachdem der Glückliche sie zu lesen begonnen hat, selbst zerstört. Der Leser als Insider. Der Wahnsinn einer eventsüchtigen Beziehung zwischen Autor und Leser. Schreiben, sich in Szene setzen, kassieren und nach 24 Stunden explodiert alles. Wow! Na dann. Wir müssen an unserem Lesetempo arbeiten.