So soll es sein

So soll es sein

Nun ist er also weg, der Berliner CIA-Chef. Und natürlich hört damit auch die Spionage auf. Der eine Geheimdienst packt den anderen am Revers und schreit ihn an: Nicht bei mir! Doch leider hat Le Carré unseren Blick geschult, das Grau im Geheimen zu entdecken, das bürokratische Groteske im Verrat zu belächeln. Da geht es zu wie auf dem Bürgeramt. Mitsamt Amtshilfe über den Flur. Wie viel Verstimmung, wie viel Schadenfreude hinter der jetzigen Affäre steckt, werden wir erst erfahren, wenn es uns längst nicht mehr interessiert. Die Akten bleiben solange verschlossen. Es steht zu befürchten, dass kein Autor sich findet, der diesen Operettenschlag so faszinierend findet, dass er sich ein paar Monate hinsetzt und einen Thriller darüber schreibt. Die Klischees liegen zu nahe an der Wirklichkeit. Und wen interessiert die Wahrheit schon. Alles geht Sein’ Gang. Nicht mehr den sozialistischen, den Wolf Biermann einst besungen hat. Es ist eher ein Gang, bei dem wir nicht wissen: Ist da vorne alles volltrunken oder liegt’s am Seegang?