Schwarz sehen

Schwarz sehen

Krzysztof Kieślowski benannte gleich drei Farben: Blau Rot Weiß und drehte nach jeder einen Film. Für das Genre Krimi reicht eine aus, wenn auch in tausendfacher Schattierung. Die schwarzen Anzugsträger haben längst ausgedient, die schwarze Seele befindet sich im Panoptikum psychologischer Klischees und doch erscheint es in vielen Krimis so, als würde es schwarz von der Decke tropfen, sich wie bei einem Rohrbruch des ganzen Zimmers bemächtigen. Schwarz als Ausdruck für das Nichts wird gerne herangezogen. Cioran der Meister des Nichts hätte seine wahre Freude daran. Selbst in jenen Whodunits, bei denen am Ende rücksichtslos für Gerechtigkeit gesorgt wird, steht längst fest, dass der Frieden nicht lange hält, dass das Sequel erneut mit abgründigen Geheimnissen und verworfenen Machenschaften die Handlung aufmischt. Schwarz all überall.  Es braucht uns nicht mehr. Es geht eigene Wege. Und sei es mitten hinein ins Verbrechen. Wer es verstehen will, der muss nachziehen. Sich einlassen. So trinken, so hassen, so depressiv sein und Frau, Kind und manchmal auch den Job verlieren. Dieses verdammte Schwarz ist daran schuld. Der Moment, indem sich alles in einem zusammenzieht. Auf den einen Punkt, den wir nicht verstehen. Nicht verstehen wollen. Weil alles längst zu spät ist. Wir einfach nicht zurück können.