Schattenmenschen

Schattenmenschen

Sie tragen schwer an ihrer Vergangenheit. Wären sie nicht um ihr Leben betrogen worden, wie zufrieden und glücklich wären sie doch. Einfach weiterleben. Irgendwie. Wer sich verschweigt, besitzt einen Grund dazu. Alle Outlaws bei David Goodis ringen mit dem, was ihnen widerfahren ist. Sie schleppen sich mit einem gebrochenen Herzen, einer verspielten Karriere, dem einen Moment herum, als alles schieflief. Das Leben. Natürlich besteht da jederzeit die Gefahr, eine Groteske zu inszenieren, das eigene Leben wie eine Operette aussehen zu lassen. Oft genug benutzen Autoren das Genre Krimi, um die Ungerechtigkeit als dem Leben innewohnend zu feiern. Es lässt sich halt nichts wirklich ändern. Die Leser teilen mit ihren Lieblingsautoren die Whiskymarke und das Wissen darum, dass jeder nun halt mal eine Vergangenheit mit sich herumschleppt, mit der sie klarzukommen versuchen. Keiner kommt daran vorbei. Auch Goodis Verlorene nicht. Ein letztes Zucken unter Girlanden. Eine letzte Nacht in einem Reihenhaus. Es braucht wenig, um Menschen aus der Bahn zu werfen, viel, um sie zurückzubringen. Das Motto lautet: Wenn du schon keine Luft mehr bekommst, dann atme ich stur weiter und ziehe die Gartenhandschuhe nicht aus.