Platzhalter

Platzhalter

Was haben Bäume an sich, dass sie dauernd als imposante Bilder in Serien wie „True Detective“ oder „The Bridge“ herhalten müssen? Bei Nic Pizzolatto wird der Baum zum perversen Altar einer hergerichteten Leiche unter einer weit ausholenden Krone. Bei Meredith Stiehm und Elwood Reid zieht sich im Schlussbild mit Leiche und Gerechten die Kamera durch die Krone zurück, bis nur noch eine Karte übrigbleibt. Die wenigstens sterben im Bett. Außer die Mafia schickt jemanden vorbei und durchsiebt die Daunen oder legt einen abgeschnittenen Pferdekopf unters Plumeau. Warum Bäume? Wirken Leichen unter Bäumen verlorener? Ohnmächtiger. In jedem Fall sollen sie mythisch überhöht werden. Psychos gedeihen in der Einsamkeit und kehren dahin zurück, heißt das wohl. Weite, das Gefühl unbeobachtet zu sein, Konzentration, karges Nichts. Und doch ist es ein himmelweiter Unterschied, ob sich Cormack McCarthy der Sache annimmt oder James Patterson. James Lee Burke wiederum zieht es zu einer alten Kirche in Chapala Crossing hin. Neun Leichen. Die passen nicht alle unter einen Baum. Da muss schon eine Kirche her.