Ohne Gesichter lassen sich Geschichten schwer erzählen.

Ohne Gesichter lassen sich Geschichten schwer erzählen.

Krimi und Krieg. Das geht selten zusammen. Stürmt nicht gerade die Bestsellerlisten. Lässt sich nicht massenweise verkaufen. Dafür wurde gleich ein eigenes Genre erfunden. Als Spielball im Niemandsland politischer Interessen der Kriegsroman. Krimi und Krieg, das ist das Danach. Wenn es Kriegsverbrechen aufzuklären gilt. Wie wollen wir Kobane mit Namen, mit Geschichten, mit Suspense füllen, ohne zur Staffage zu werden? Als zeitnahes Schlupfloch mit einem Spy? Mithilfe eines gebildeten Briten oder eines Outlaws aus dem Staate Maine? Krimi und Krieg irrlichtern höchstens als Tour de Force eines psychisch Gestörten durch die eigene Hölle und den Schmerz der anderen durch die Buchläden. Als Krieg nach innen. Draußen bleiben die Fotos aus dem zerstörten Kobane zurück. Geisterhafte Kulissen, die unbespielt bleiben. Voller verstorbener Geschichten. Krimi und Krieg, das passt nicht zusammen. Nicht im Ersten, nicht im Zweiten Weltkrieg, nicht im Drohnenkrieg. Erzählt wird von der Korruption beim Wiederaufbau, vom Mord am Kriegsgewinnler, vom Wahn der Überwachung. Wer weiß schon, wann es wieder ernst wird. Uns die Geschichten ausgehen, weil es Krieg gibt.