No U-Turn

No U-Turn

Wer, wenn nicht wir, die sich im Genre bewegen, egal, ob wir lesen, schreiben oder verlegen, kennen uns mit der Furcht aus? Egal, ob ein Verbrechen am Ende gelöst, der Thrill von Buch zu Buch gesteigert wird, ob wir ein offenes Ende bevorzugen oder die Gerechtigkeit trotz aller Gebrauchsspuren siegen muss, wir kennen uns mit der Furcht aus. Sie soll uns packen, in Pageturner verwandeln. Sie soll uns auf Irrwege führen, uns mit Erleichterung verlassen. Und jetzt? Wenn wir den Buchdeckel nicht zuschlagen können, weil tatsächlich geschehen ist, was geschehen ist? Wie gehen wir mit der Furcht um, die zur Panik anwächst, weil sie gezielt geschürt wird? In den Hinterzimmern sammeln sich längst jene, denen die Freiheit ein Gräuel ist. Zurück in die Vergangenheit. Durch die Gegenwart. In die Zukunft. Deswegen sind mir reine Whodunits so suspekt. Sie gaukeln etwas vor, was es nicht gibt: Gerechtigkeit. Das Paradies ist in vielen Teilen der Erde längst abgebrannt. Nicht erst in Paris. Wir wollen es nur nicht mitbekommen. Manchmal hilft selbst Bücherlesen nicht gegen das Leben an.