No-Go

No-Go

Im Spiegel stand ein Artikel, warum Manager scheitern. Fünf Gründe unter einer großen Anzahl von Charakterschwächen. Da gab es das Gambler-Syndrom, den Wachstums-Fetischisten, das Loser-Syndrom, das Mafia-Syndrom und das Double-Bet-Syndrom. Zumindest bei Gambler, Loser und Mafia hat man doch gleich das Gefühl, dass wir uns mitten im Genre befinden. Wenn man dann noch weiß, dass Double-Bet ein Begriff aus dem Roulette ist und Fetischismus oft auf direktem Weg zum Serienmördern führt, müssen wir uns doch fragen, warum so wenige Krimis sich mit den Egomanen der oberen Führungsetagen beschäftigen? Nur weil keiner Zahlen mag? Niemand an seinen Kredit denken will? Ein Mord aus Eifersucht, klar, versteht jeder. Ein Mord aus Notwehr, Pech gehabt, wenn sich kein Zeuge auftreiben lässt. Aber Habgier? Das sind die Schweinehunde im Genre. Die, die keiner mag. Mehr als man eh schon zur Genüge besitzt und trotzdem mehr haben wollen? Das verzeiht nicht mal der Hard-Boiled-Leser. Die fünf führenden Motive sähen beim No-Go im Genre nicht anders aus. Sobald es ums Geld und nicht um die Liebe geht. Man kann halt nicht alles mit Geld kaufen. Nicht mal eine kleine Charakterschwäche.