Niemals nah genug.

Niemals nah genug.

Und wenn eine Geschichte nicht im Foto bleibt? Wenn ein Gesicht nicht mehr als Dekoration dient oder glückliche Tage ewig aufbewahrt werden sollen? Wenn sie selbst durch ihre Brillanz der Anklage dienen? Sebastiao Salgado gibt eine Antwort darauf. Ein Film, fast nur erzählt in einzelnen Momenten. Eine Sammlung, so ergreifend schön wie fürchterlich vernichtend. Sodass diese Geschichten, die da stumm erzählt werden, erst in unseren Köpfen wieder Worte finden. Der Blick bewegt sich am Rand entlang und schiebt sich doch in die Mitte vor. Natürlich sehen wir Menschen wie Orte, die wir nie betreten würden. Viel zu gefährlich. Wie wollen wir danach noch so sehen können wie davor? Salgado hat für sich beschlossen, aus seiner Zeit und seiner Welt zu verschwinden. Für den einen Moment. Schutzlos uns in Magazinen überlassen. Auf die Frage, was Noir ist, könnte eine Antwort lauten: eine Begegnung, bei der wir nicht wegschauen. Die die Wahrheit ausspuckt, als wäre es egal, was wir denken, wissen, sagen. Wer Sebastiao Salgado und seine Fotos nicht kennt, sollte sich auf Wenders Film einlassen. Auch Wenders ist nur Chronist. Es braucht ihn in seinem eigenen Film nicht. Während ein Fotograf von der Suche erzählt, bis er unter ihr zusammenbricht und sich selbst neu erfindet. Das Salz der Erde sollen die Menschen sein. Salzwasser bringt einen um, wenn man verdurstet. Auf Tomaten verstärkt es den Geschmack. Es steht uns also vollkommen frei, was wir mit uns anfangen.