Aus

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Wenn wir die Demarkationslinie zwischen Wut und Zorn ziehen wollen, gilt es zu unterscheiden, ob einer nur Gift und Galle verspritzen will, um mit Worten um sich zu schlagen, oder ob sich die Wut stumm eingräbt. Der Zorn ist still. Er heckt Pläne aus, Rache allein genügt nicht. Es muss eine innere Befriedigung her. Ein Ausgleich. Es muss nicht mehr geredet werden, es wird gehandelt, sich Luft verschafft. Ein Satz fällt, etwas geschieht und ein Menschenleben ändert sich. Schleichend bis zur Blindheit. Gegen die eigene Ohmacht, das Unrecht. Dabei zürnen im Normallfall nur die Götter. Im Krimi jene, die sich dafür halten. Nichts ist verstörender als dieser einsame Blick des Zorns. In dessen Augen wir erkennen, dass es zu spät ist. Dass nichts mehr getan, nichts mehr gesagt werden kann, dass nur noch der Schmerz eines anderen einem Linderung verschafft.