Na so was von unschuldig.

Na so was von unschuldig.

Warum es so schwer ist, einen Wirtschaftskrimi zu schreiben, zeigt mal wieder das Bestechungsverfahren gegen Bernie Ecclestone. 100 Millionen Dollar zahlt er nun. Wahrscheinlich aus der Portokasse. Wie soll ein Autor glaubwürdig eine Geschichte darum stricken, dass sich ein Gericht von nackten Zahlen beeindrucken lässt und schnell eine Begründung hinterherschiebt. Jeder Leser würde gleich behaupten, na ja, da hat er sich was Feines ausgedacht. Nicht so in München. Nicht im wirklichen Leben. Dort fiel der Staatsanwaltschaft plötzlich auf, wie alt der Angeklagte doch ist, wie sehr er doch an der Aufklärung mitgewirkt hat, wie brüchig die Beweislage doch ist. 44 Millionen mal hier, angeblich Bestechung, 100 Millionen mal da, angeblich Einstellung. Wer behauptet, dass deutsche Gerichte keine Wirtschaftsunternehmen sind, an denen geschachert wird, der sollte Bücher schreiben. Advantage Ecclestone. Autoren auf Stoffsuche ist nur zu raten, lasst euch das Unglaubliche einfallen, schreibt einen Wirtschaftskrimi. Everything is possible. Am Gericht geht’s eher zu wie in der Kneipe, wer die Lokalrunde zahlt, ist mein bester Freund.