Meine Drohne und ich unzertrennlich

Meine Drohne und ich unzertrennlich

Google will also nun auch Drohnen in die Luft bringen. War es bei Amazon noch der rasche Paketdienst, ist es bei Google die Verbreitung des Internets. Wer in manchen Gegenden mal auf der Suche nach einem stabilen – von einem schnellen ganz zu schweigen – Netz war oder das Pech hatte, mit seiner Wohnung einfach in der falschen Abdeckungszone zu liegen, wird jubeln. Überall gleich intensiv. Überall gleich erreichbar. Ein neuer Arbeitsmarkt eröffnet sich da. Drohnenflughäfen, besser Wartungsstationen. Neue Möglichkeiten für Bürgerinitiativen zeichnen sich ab. Gegen Überwachung, Fluglärm, Strahlungsgefährdung, gobale Vermarktung. Wir werden also demnächst nicht mehr in den Himmel schauen, um Fernweh zu bekommen, weil da ein Jet seinem Ziel zustrebt. Der Himmel wird bevölkert von Drohnen sein, die, wenn sie nicht dem Krieg und der Ausspähung dienen, die Dienstleitung mit sich bringen. Das Paket von Amazon. Das Netz von Google. Die sich rotfärbene Sonne wird nicht länger von Verliebten angehimmelt. Der Kondensstreifen davor gehört den Gobal Playern. Eines Tages wird sie wie hinter einer Jalousie verschwinden. Dafür gibt es die Sonne als Post oder in Kartons verpackt als Nachttischlampe. Dann endlich dürfen wir zur Drohne unter den Sternen aufschauen, statt in Steckdosen zu stieren. Wir sind mit Google Maps überall gewesen. Das Paradies ist nicht länger eine religiöse, sondern eine digitale Vision. Ich allein mit mir und meiner Drohne. Sei es, um alles wegzuballern, was uns nicht passt. Sei es, um in Kontakt zu treten, weil wir seit Tagen mit niemandem geredet haben. Sei es, um endlich die eigene Galaxie nicht mehr zu verlassen. Nur eine Gefahr besteht: Was, wenn mal eine abstürzt und uns auf den Kopf fällt, während wir uns zufällig im Freien aufhalten … aber halb so schlimm: wer wird schon von einer Kugel getroffen, die wir einfach so in die Luft schießen?