Me, myself and I.

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Das ist also der Ist-Zustand. Von der Zukunft wollen wir lieber erst gar nicht sprechen. Auf dem E-PUBLISH Kongress in Berlin wurde mit Enttäuschung festgestellt: Der Buchhändler mag das E-Book nicht. Es lässt sich zu wenig damit verdienen, außerdem kann man es nicht in Geschenkpapier einpacken. Der Vertriebler für Self-Publishing sieht goldene Zeiten auf sich zu kommen. Das Self-Publishing wird den Markt überschwemmen. Da der Umsatz konstant bei rund 10 Milliarden Euro festhängt, bedeutet das, dass die traditionelle Buchbranche ins Geschäft des Self-Publishing einsteigen muss, um ihren Umsatz zu behalten. Der Versuch, Bücher interaktiv zu gestalten, wird nicht nur nach Rowohlts Versuch, mit dem „Deathbook“ ins interaktive Geschäft zu starten, als vorläufig gescheitert angesehen. Trotz James Freys Endgame. In Berlin war die Branche mal wieder auf der Suche nach dem Fan. Der alles von einem Verlag kauft. Und sei es die Kaffeetasse mit Buchtitelaufdruck oder das Schlafshirt mit Autorenfoto und Leseterminen auf dem Rücken. Eine ganze Branche stiert auf die Musikindustrie und will es ihr nachmachen. Was nicht gehen wird. Steve Jobs hat seinerzeit bei Disney seine Idee entwickelt, die zu iPod und iPhone geführt hat. Abkupfern wird beim Buch aber nicht funktionieren. Der kriselnde Buchmarkt entwickelt keine eigenen Visionen und hängt gefangen mit dem Buchhandel im alten Branding. Das wird scheitern. Die Lösung muss radikaler sein. Sie kommt aus dem Netz und nicht aus dem Marketing. Nur ein e vor Books zu stellen, wird nicht reichen.