Let's get ready to rumble.

Let’s get ready to rumble.

In Zeiten des globalen Krimis, wo uns Mörder aus Angola, Taiwan und den Seychellen mit den tradierten Motiven überfluten, endet die natürliche Grenze nicht länger in Neapel oder London. Wo sind die guten Zeiten hin? Als wir bei Agatha Christie sicher sein durften, dass am Ende einer verzwickten Geschichte ein Kreis an Verdächtigen versammelt wurde, um der genialen Aufklärung eines Poirot zu lauschen? Mord zum Teegebäck. Weg, alles weg. Liegt das daran, dass wir uns als Leser verändert haben? Krimi allein genügt nicht mehr. Das Gewinnspiel hat längst seine Grenzen erreicht. Es muss entertaint werden. Das Plus macht die Runde. Das Konzert zum Mord. Der persönliche Besuch zu Hause zur Entführung. Die Homestory des Autors zum Einbruch. Am besten real. Autor X wurde seine Schreibmaschine gestohlen – Pardon, sein Laptop -, als er gerade im Café saß, um das zweite Kapitel seines neuen Romans zu schreiben. Natürlich gepaart mit einem Aufruf im Social Media, ihm Ersatz zu beschaffen. Es wird Zeit für die Live-Cam. Jeder Leser sollte Einblick haben, wie ein Autor sein Werk verfasst. Gleichermaßen über die Schulter geblickt. Um Statistiken zu erstellen: Wie oft hat er sich vertippt, beherrscht er die neue Rechtschreibung, was streicht er? Neue Bestsellerlisten entstünden aus dem Algorithmus von Überarbeitung, genialem ersten Entwurf und Inneneinrichtung des Büros. Wer sagt da, dass das Buch keine Zukunft hat? Wir gehen goldenen Zeiten entgegen.