Last words ... last orders ... last wishes

Last words … last orders … last wishes

Bei Goethe streitet sich die Fangemeinde ja gerne, was er wohl gemeint hat mit seinen letzten Worten: mehr Licht, mehr nicht? Im Hard-Boiled sind die besten letzten Worte klar: keine. Nichts als Schweigen. Der Held muss ungeliebt abtreten und nicht noch weise Worte hauchen. Mark Twain war da pragmatischer, er riet jedem, sie aufzuschreiben und vorher den Freunden vorzulegen, damit diese sie abnickten. Konrad Adenauer soll sich zu einem Do jit et nix ze kriische, durchgerungen, James Joyce zu einer Frage gegriffen haben: Versteht es niemand? Wahrscheinlich in kundiger Voraussicht, dass sich seine Leser die Köpfe einschlagen werden, wenn sie ihn zu verstehen versuchen. Wenn wir ehrlich sind, gibt es im Genre keine berühmten letzten Worte von Bestand. Marlowe und letzte Worte? Ein solcher Mann verschwindet im Nebel. Die Mörder versprühen Hass und ringen um Verzeihung. Die Helden können es gar nicht fassen, dass der Streifschuss sie nicht getötet hat oder die Explosion gerade mal so weit entfernt stattfand, dass sie nur von einem Stein am Kopf getroffen wurden. Im Mainstream sollten deswegen eigentlich alle zu Immanuel Kant greifen. Im Sterben begriffen fielen ihm die genialen Worte Es reicht ein. Der Tonfall, in dem er das sagte, ist leider nicht überliefert. Immerhin bestehen die berühmtesten Worte daraus, dass sie alles bedeuten können. Vielen Serienhelden im Krimi bleiben nicht mal die. Ihre Autoren versterben vor ihnen. Manche unüberliefert mit Kant auf den Lippen: Es reicht.