Lach nicht über mich. Lach über die andern.

Lach nicht über mich. Lach über die andern.

Es darf nicht immer gelacht werden. Es darf auch nicht immer auf die Meinungsfreiheit verwiesen werden. Nur wenn kultureller Konsens besteht, selbst wenn der so gerade eben entfachte Humor nicht der eigene ist. Nicht mal ein Schmunzeln verursacht. Charlie Hebdo hat sich gerade finanziell gesundgestoßen, weil empörte Wohlfühlbürger sich zum symbolischen Kauf veranlasst sahen. Der Spott als Sammlerstück diente. Was nicht den Schmerz über das Geschehene übertünchen soll. Nun tritt die Debatte um einen Artikel im New Yorker nach.  Was ist Humor und was schon Antisemitismus? Darf Lena Dunham ihren jüdischen Freund mit einem Hund vergleichen? Die Entrüstung dreht sich um die Frage, sind geschmacklose Witze gesellschaftsfähig, wenn sie nicht die arabische Welt treffen. Lässt sich das Abendland nicht einmal vor dem Abendland schützen? Ein zutiefst feuilletonistischer Kampf. Und wir, die längst keiner sich bekämpfenden Religionsgemeinschaft mehr angehören, kommen aus dem Lachen einfach nicht raus, da für uns Religion nur steuerrechtlich relevant ist? Da verstehen wir keinen Spaß.