Ich lösch mich jetzt.

Ich lösch mich jetzt.

Endlich es ist soweit. Das Löschformular steht im Netz. Google muss … erst einmal bearbeiten, erst einmal prüfen …, erst einmal das öffentliche Interesse wahren …, abwägen …, löschen. Wer also irgendwann aus dem Netz verschwinden will, sollte jetzt schon anfangen, sich selbst zu beleidigen. Aufs Heftigste. Oder Unwahrheiten über sich streuen. Schließlich geht niemand so unerbittlich mit uns Gericht wie wir selber. Wobei immer darauf zu achten ist, dass man selbst eindeutig zu identifizieren ist. Sonst wird ein anderer gelöscht. Womöglich einer, der gar nicht gelöscht wedern will und dann einen Antrag stellen muss, alles Gelöschte bitte sehr in Echtzeit wieder einzustellen. Bei fünf Mal Petra Müller in einer Stadt … schwierig. Die eine löscht gerade, während die andere darauf besteht, dass sie in Mallorca am Strand nicht … oder doch? Dabei war sie noch nie auf Mallorca, sondern immer nur Bad Salzufeln. Eine neue Berufsgruppe tut sich auf. Ich bin Löscher. Wo? In Europa für Europa. Sodass wir demnächst im guten Glauben, nicht mehr im Netz zu sein, überall auf der Welt präsent sind. Einmal mehr beweist sich die Lüge als die einzig lohnenswerte Lebensform. Liefern wir uns doch selbst ans Messer. Zumindest beim BND werden sie das verstehen. Ein Volk von Lügnern. 300 Millionen werden da für die Echtzeitforschung der sozialen Netzwerke investiert. Die Löschtaste durch eine doppelte Entertaste ersetzt.