Hand in Hand

Hand in Hand

In München läuft gerade das gefühlt tausendste Stück über die Lehmann Brothers Pleite an. Fast historisch zu nennen. Autorinnen und Schriftsteller, die sich der Realität verschreiben, haben es nicht leicht, brauchen Zeit und dann kommt die Schwemme. Lehmann Brother 1, Lehmann Brother 2, Lehmann Brother 3, bis keiner es mehr hören kann.  Gedacht ist das eigentlich anders. Die Guten erzählen Geschichten, weil sie hoffen, etwas zu bewegen. Die Schlechten verdienen Geld damit. Was fangen wir bloß mit dieser verfluchten Realität an? Es besteht die Gefahr, dass sie sich nicht für uns interessiert. Wir wollen doch so gerne zwischen den Zeilen lesen. Sind mitunter darauf angewiesen, um uns einigermaßen in deren Höhe zu halten. Im Genre erwarten wir von den Autoren, dass der Thrill bis zum letzten Kapitel anhält. Im Leben bloß nicht. Es steht also eigentlich schlecht um die Realität. Liegt sie auf dem Tisch und gefällt uns nicht, versuchen wir selbst in ihr zwischen den Zeilen zu lesen.