Front Konsum

Front Konsum

Der Front National ist laut Umfragen bei der Europawahl vermutlich die stärkste Kraft in Frankreich. Woran man wieder mal sieht, wie schlechte wirtschaftliche Verhältnisse und platte Parolen den Gang zur Wahlurne beflügeln. Dürfen wir uns in Deutschland also an die Brust schlagen und sagen, alles richtig gemacht? Mit unserem Wider das Vergessen. Den Vergangenheitsmahnungen. Oder geht es uns einfach nur gut? Die Inflation niedrig, der Fernseher nicht älter als drei Jahre und bald rund, der PKW fest in der Kalkulation der Abzahlung sowie das Eigenheim und die Scheidung. Was wäre wenn? Griechische Verhältnisse in Deutschland niemals! Da ist ein Schröder vor … oder ein Hartz oder eine Merkel. Reformstau hin oder her. Unsere Politiker haben aus der Geschichte eines gelernt: Im Geldbeutel muss es stimmen, dann rührt sich kaum was am Rand. Dann dürfen wir uns über Splitterparteien entsetzen und manchem Phänomen 7 bis 10 Prozent gönnen. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode sind sie wieder weg. 25 Prozent in Frankreich. Präsident Hollande wird nun den Schröder geben. Zum Wohle der Nation. Harte Einschnitte. Soziale Ungerechtigkeit. Alles für das Gemeinwohl. In Zeiten wie diesen in Deutschland denkt jedoch niemand daran, die Weichen so zu stellen, dass ein Umdenken stattfindet und ein Rechtsruck allein dadurch ausbleibt, dass nicht mehr der Saldo auf irgendeinem Konto über das Wohl oder Wehe einer Nation entscheidet. Klein-klein ist angesagt. Aufschieben. Konsolidieren. Wie wäre es mit einer Vison, solange man sie sich leisten kann? Etwas, um das es sich zu kämpfen lohnt, wenn die Zeiten wieder andere sind. Muss ja nicht gleich eine neue Ostpolitik sein. Obwohl die auch dringend nötig wäre. Jetzt können wir uns einen nationalen Therapeuten leisten. Einen, der uns auf die Couch legt. Dann haben wir es wieder mal nicht verschlafen.