Fast für immer.

Fast für immer.

Ist es nicht seltsam, dass wir, je mehr wir von einem Schriftsteller lesen, glauben, dass wir ihn kennen, verstehen, dass er zur Familie gehört? Wir dringen in seine Geschichten ein, sprechen seine Dialoge nach, würden dem Nachwuchs am liebsten seinen Namen schenken. Wie in jeder Familie. Wo der Vater weiß, was aus dem Sohn werden sein soll, die Mutter weiß, wie die Tante sich anziehen sollte, die Tochter protestiert, dass sie nie so werden wird wie der Rest der Familie. Man kennt sich halt. Leser und Autor. Vonseiten der Autoren ist es ja auch so, dass sie nach Familienanschluss süchtig sind. Immer so allein am Schreibtisch, ohne gelobt zu werden? Fans all about. Fotos, Händeschütteln, Widmung. Wie herrlich, endlich jemanden gefunden zu haben, der uns allein gehört. Keine Scheidung, kein Streit am Küchentisch, kein Kredit oder das falsche Auto. Keine Schwiegermutter. Höchstens ein bisschen Enttäuschung, wenn das letzte Buch nicht so gut war. Wie das erste oder zweite. Auch wenn Stephen King es in Misery auf die Spitze treibt, wir bleiben am Ball. Notfalls wechseln wir den Autor. Oder den Leser.