Ein paar Fragen aus New York.

Ein paar Fragen aus New York.

Manchmal überrascht es einen doch sehr, welche Bücher Autoren angeben, wenn sie davon sprechen, dass sie von ihnen beeinflusst wurden. Bei Sara Paretsky, die Schöpferin der toughen Privatdetektivin Vic Warshawski, war es laut New York Times „Ein Porträt des Künstlers als junger Mann“ von James Joyce. Sie hat das Buch zwanzig-, dreißigmal gelesen, sich danach gesehnt, wie er schreiben zu können. Das ist wieder mal ein Fall für unsere Krimihasser im Feuilleton. Warum schreibt sie dann überhaupt Krimis? Warum nicht wie Joyce? Sie könnte es doch zumindest versuchen. Warum gibt sie sich mit diesem Genre ab? Vielleicht lag es daran, dass sie als Kind unter der Decke mit der Taschenlampe gelesen hat. Das ist ein Arrangement, das gleich Spannung erzeugt. Warum soll man danach noch wie Joyce schreiben wollen? Die Frage lautet doch eher, welchen Schriftsteller würden wir am liebsten unser Leben aufschreiben lassen? Die richten wir gleich ans Feuilleton. War euer Leben langweilig oder turbulent, würdet ihr es lieber einem Lyriker anvertrauen oder einem, der am Ende immer für Gerechtigkeit sorgt und die Schuldigen ausmacht?