Ein bisschen Glück braucht's schon.

Ein bisschen Glück braucht’s schon.

Warum nicht Leiche sein? Warum immer nur Cop oder Mörder? Kennen Sie keinen, der Sie ermorden will? Wie armselig ist das denn? Jeder will nur Mörder sein. Nie die Leiche. In neunzig Prozent aller Fälle kommen dafür ein, zwei Familienmitglieder in Betracht oder der Sportskollege, dessen Platz Sie in der Ersten Mannschaft eingenommen haben. Haben sie keine Freunde, die zu Feinden geworden sind? Ein bisschen hassen kann jeder. Muss jeder für einen gesunden Seelenhaushalt. Es geschehen viel zu wenige Morde im Genre, die nachvollziehbar sind. Wie bei Grimms Märchen wird da ein Psychopath nach dem anderen aus dem Ärmel geschüttelt. Die Tür zum Keller geht auf und wer steht da? Ein Psychopath. Den sollten sie unbedingt schleunigst zum Essen einladen. Irgendwas muss ihm an Ihnen gefallen, sonst steigt er im Nachbarkeller ab. Schon George Clooney wusste, wie man seine Feinde von sich abhängig macht. In Up in the Air sucht er das direkte Gespräch, um Gewaltausbrüche zu vermeiden. Es kommt auf die Empathie an. Also seien sie gehässig. Seien Sie widerlich. Kochen Sie ihm bloß nichts. Fragen Sie nie nach, wie es ihm geht. Einen Mörder sollte man möglichst nicht verschrecken. Ihn züchten. Sie sind zumeist äußerst scheu. Meiden mitunter das Tageslicht und zu viel Publikum. Die meisten werden Sie ohnehin für zu langweilig halten, sodass Sie nicht in Betracht kommen. Aber den einen, den wahren, den müssen Sie pflegen. Psychopathen gibt's momentan en masse im Genre.