Der Tod ist nur eine Wiederholung.

Der Tod ist nur eine Wiederholung.

In Mario Vargas Llosas Roman „Tante Julia und der Kunstschreiber“ tauchen immer wieder fünfzigjährige Männer mit Adlernase und breiter Stirn auf. Es dauert eine Weile, bis wir als Leser verstehen, dass mit dem Kunstgriff der Wiederholung die Möglichkeiten einer Geschichte ausgelotet werden. Warum soll dieser Mann nicht überall sein? Als seine eigene Variation. Die Schauplätze wechseln, die Namen der andern. Er hingegen ist überall. Und keiner merkt’s. Wie der Tod. Und seine Handlager. An welche Täter können wir uns schon erinnern? An die Virtuosen wie Hannibal Lecter, na ja. Außer den Hardcore-Fans… wer erinnert sich an Band „Sechs“, in dem wieder einmal ein Verlies angelegt wurde, oder an Band „Neun“ einer anderen Reihe, in der der Entführte dem Wahnsinn nahe im Kofferraum eines Mazdas auf seine zu erwartende Folterung wartet? Nobody. Was bringt die abgekupferte Ziselierung kranker namenloser Psyche außer der Wiederholung hervor? No Crime for no names. Endstation Sehnsucht. Lasst uns die Blutbeleuchtung anwerfen und vergessen wir, um wen es geht. Somit steht alles wieder auf Anfang. Wo keine Namen sind, gibt es keine Opfer, an die Leser sich erinnern wollen. Nur Helden zählen. Rebus oder Parker oder Reacher oder Inspector Linley oder Maigret. Die Toten sind tot. Pech gehabt.