Der Mensch ist heiß.

Der Mensch ist heiß.

Wir sind die Ware, sagt Yvonne Hofstetter. Abseits von Google, Apple und NSA, zu denen noch viele deutsche Namen kommen, die aus unseren Daten ein Gesamtergebnis zimmern, haben wir unbemerkt die Seite gewechselt. Wir stehen im Regal. Die Camcorder, Milchprodukte und Downloads streunen an uns vorbei, schauen auf den Preis, fragen sich, ab wann lohnt sich so ein Endverbraucher?, und werfen uns in den Warenkorb. Männlich, weiblich, Kind … Käufer von …, kauft auch …, also ist er auch für eine Hawaiireise empfänglich. Wer hätte das gedacht? Dabei bezahlen wir alles. Doch letztlich wartet das neue Album, der Director's Cut nur darauf, dass wir die richtigen Metadaten besitzen und uns in ihren Einkaufswagen stürzen. Einkaufshäuser stehen nicht länger wild in der Landschaft herum, sie sehen gelangweilt dabei zu, wie wir uns die Parkplätze davor streitig machen, um an das Schnäppchen zu kommen. Uns wird nicht einmal wie den Hasen das Fell über die Ohren gezogen, wir besitzen keins mehr. Nur eine Karte, die der Schufa unterliegt und uns als kreditwürdig oder nicht erweist. Menschen ohne Geld kann man halt nicht kaufen. Warengruppe Leser, Psycho, Nerd, Rentner, Sandalenträger oder Aktienfetischist. Endlich kennen wir unseren Preis. Je mehr Variabilität unsere Daten hergeben, umso interessanter. Neben dem Motorrad auch das Babyfon, neben dem Nikotinpflaster auch das Rennrad, neben Viagra auch was Passendes zum Anziehen. Vor dem Regal wissen die Produkte längst, was wir uns leisten können, und greifen zu oder finden uns zu teuer.