Dann mach wir mal eine Ausnahme.

Dann mach wir mal eine Ausnahme.

Deutsche Journalisten werden in Ferguson festgenommen. Einer 90-jährige Holocaustüberlebenden werden mit Kabelbinder die Hände auf den Rücken gefesselt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viel Demokratie sich die Demokratie leistet. Ausnahmezustand. Wie auf der Kirmes. Jeder in Amt und Würden darf jetzt mal ran. Für'n Fünfziger zeigen, was er kann. Der Mob tobt schließlich. Es geht nicht an, dass Ruhe und Ordnung nicht hergestellt sind, die Unruhestifter auch noch einen Platz in den Medien bekommen. Sollen sie ruhig alle die Hände heben. Auch die Demokratie hat ein Recht  auf Notwehr. Was würden Sie tun, wenn ein Maskierter mit einer AK-47 aus dem Gebüsch springt und ihre Familie massakrieren will… war früher eine Frage beim Test, ob einer den Wehrdienst wirklich verweigern darf. Schoss einer zurück, war er auch schon für den Dienst geeignet. Schüsse zur falschen Zeit können halt immer mal fallen. Mag die Pressefreiheit mit Füßen getreten worden sein. Ist ja nur für ein paar Tage. Danach dürft ihr doch wieder alles schreiben. Was soll’s? Ihr dürft auch wieder drehen und Leute befragen. Die Menschenrechte verletzt. Ja und! Wie viele Machthaber auf der Welt scheren sich einen Dreck darum. Das Wort überhaupt: Ausnahmezustand. Der Rettungsanker jeglicher Demokratie. Ist nur eine Ausnahme, sonst sind wir ja tugendhaft. Vorzeigbar. Moralisch. Sauber. Vor allem dann, wenn Ruhe wieder eingekehrt ist, ein Gartenzaun wieder ein Gartenzaun ist. Schön fürs Schaufenster. Und wehe, einer spricht da von Dekoration.