Can the can.

Can the can.

Wie optimistisch dieses Yes. Wie verantwortungsvoll dieses We. Und vor allem wie machtvoll dieses Can. Yes We Can. Drei Worte, die uns allen gehören, wurden uns gestohlen, indem sie zu einem Slogan verkamen. Zu einer Parole. Einem politischen Heilsversprechen. Einer riesigen Enttäuschung. Yes We Can. War plötzlich eingedeutscht, ins Französische übernommen, hallte auf Spanisch nach, brach in Portugiesisch in Jubel aus und auch alle anderen Sprachen griffen verzweifelt danach. Plötzlich klang es so, als wäre der Satz noch nie da gewesen. Yes We Can. Im Juni startet in den USA der Dokumentarfilm Citizen Koch, der mit dem Spruch The film they didn't want you to see auf sich aufmerksam machen will und der dem Geld hinter der Tea Party folgt. Den Gegenspielern eines Präsidenten, der sich einer Heilsbotschaft verschrieb und sie vergaß. Yes We Can. Universal, wie persönlich, wie verschwörend, wie unaufhaltsam. All over the world. Bis ins kleinste Nest sind sie getragen worden. Sich verbreitend wie ein Buschfeuer, sodass sich im rechten Hintergrund der Widerstand nach dem Motto Money is a weapon mobilisierte. Yes We Can. Und jetzt lassen wir uns diesen Satz einfach stehlen. Ab damit ins Museum. Aus jugendlichem Leichtsinn. Aus Überschwang. Wider besseres Wissen. Und lassen ihn verrecken. Yes We Can. Vorausgesetzt, wir lassen uns nicht von unserem Ekel, ausgenutzt worden zu sein, dazu verleiten, ihm ein not anzuhängen. Es war halt Stimmenfang. Nicht mehr, nicht weniger.