Beschränkt solidarisch

Beschränkt solidarisch

Schon unterschrieben? Dann wird’s aber Zeit. Also mindestens einen Protest gegen Amazon muss es schon sein, auf dem der eigene Name stehen sollte. Ist kulturell gerade en vogue. Überhaupt unterschreiben wir ja gerne das, was gerade einen Hype hat. Der Internetriese wird es sich wohl hinter die Ohren schreiben, wenn sich da plötzlich eine Autorenfront auftut und ihre Geschäftspolitik kritisiert. Egal, auf welcher Seite des Atlantiks. Da soll man glatt glauben, Amazon wäre eine reine Bücherwelt und kein Gemischtwarenladen, der, wenn sich mehr Geld mit Toilettenbürsten verdienen lässt, sich einen Dreck um Bücher schert. Das ist kein Kulturkampf, hier geht’s um Bilanzen. Egal, wie sehr wir auch alle den Untergang des Abendlandes beschreien. Um die Solidarität in dieser gefährdeten Kulturwelt ist es eh schlecht bestellt. Da kämpft Hachette um seine Marktanteile und kein anderer der Global Player steht auf und sagt, na wenn die nicht, dann wir auch nicht. Was nicht heißt, dass Hachette sich in die Bresche geworfen hätte, wäre Random House betroffen gewesen. Natürlich steht da die eigene Gewinnerwartung dagegen. Wie will man seine Bücher in Neuseeland verkaufen, wenn nicht mit Amazon? Schließlich laufen die Gehälter. Aber mit Erpressungen ist es ja so: solange dem anderen die Luft weggedrückt wird, atmet es sich fröhlich weiter.