Auf einen Pappbecher mit mir.

Auf einen Pappbecher mit mir.

Stimmt. Alles, was so über die Buchmesse gesagt wird: stimmt. Der Satz, der am häufigsten fällt: Also für heute bin ich durch. Auch, dass spätestens am dritten Tag die Füße nicht mehr mitspielen, die Waden hart werden, der Nacken massiert werden muss, wir keinen Kaffee mehr sehen können und wir uns am liebsten nur noch an Ständen herumtreiben, die noch mehr jammern als wir selber, aber dafür Alkohol ausschenken. Vom Wochenende ganz zu schweigen, wenn wir das Gefühl haben, wir müssten eine Festung verteidigen, die gerade gestürmt wird. Zu essen vergessen wir ganz oder wir verfallen einem unsäglichen Fresswahn, um einen Grund zu haben, die Flucht ins Freie anzutreten. Wir haben Kopfschmerzen, weil wir nicht rechtzeitig von der Party weggekommen sind. Noch größere allerdings, wenn uns keiner eingeladen hat. Trotzdem, spätestens nach der Buchmesse, an diesem gräßlichen Montag auf dem Weg in den Verlag vermissen wir all die Verrückten, die glauben, dass sie noch mit Büchern Geld verdienen können. Noch mehr jene, die nicht ans Geld denken, weil sie nur an Autoren und deren Bücher denken. Buchmessen gibt es nur aus einem Grund: um zu spüren, dass wir nicht alleine sind, dass auch der Nachbarstand vollkommen wahnsinnig ist. Im nächsten Frühjahr muss es schließlich wieder ein Programm geben. Nächstes Jahr bei einer Bratwurst reden wir dann drüber. Streiten, schwärmen, hoffen.​