3 Richtige machen auch nicht satt.

3 Richtige machen auch nicht satt.

Rauchen kann Sie umbringen, wussten Sie das? Zu viel Trinken auch. Das Lesen von Krimis übrigens auch. Wenn Sie nämlich auf den Gedanken kommen, sich plötzlich mit Banküberfällen und Erpressungen auszukennen. Schließlich ist uns am Ende jedes Krimis klar, warum der Mörder gefasst wurde. Uns würde das nicht passieren. Wir sind clever. Wir wissen schon nach dem ersten Drittel , wer der Mörder ist. Auf Seite 123, dass das, was da gerade gesagt wurde, ein schwerer Fehler war. Und wenn wir nachts zur Seite schauen und denken, wie war das noch mal im vierten Fall von Inspektor …, ist ganz klar, wenn wir jetzt das Kissen heben und auf das Gesicht neben uns drücken, kommen wir davon! Wir kennen uns mit dem Verbrechen an sich aus. Auf vielen Regalböden ziert es unsere Bücherwand. Spätestens beim Verhör würden wir uns allerdings in unsere Lügen und Widersprüche verstricken und uns daran erinnern, wie das auf Seite 123 war. Es gibt Schlimmeres im Leben? Mit dem Flugzeug abstürzen. Das dauert ewig. Mitansehen müssen, wie ein Schiff voll Wasser läuft. Auch das dauert ewig. Wasser, noch mehr Wasser, ganz viel Wasser. Und keine Rettung in Sicht. Der Krimi hilft uns kein bisschen bei den entscheidenden Fragen des Lebens. Die Lyrik vielleicht, die verstehen wir genauso wenig wie uns selbst. Aber der Krimi? Bei einem Schuss hört die halbe Nachbarschaft zu. Und auch, wenn Wyatt bei dem australischen Autor Disher oder Parker bei Richard Stark immer in letzter Sekunde von der Schippe springen, wir werden es nicht schaffen. Wir sind zu langsam. Wir essen lieber unseren Teller leer, als ihn an die Wand zu schmeißen, und spielen 6 aus 49.