Nee, lass mal...

Nee, lass mal…

Endlich ein Stück Wahrheit. Sätze aus Sorge um andere. In einem Bericht von Spiegel TV. Wo sollen die denn hier einkaufen gehen? In Hamburg Harvesterhude regt sich das soziale Gewissen. Eine ehrliche Frage? Die ja sonst keiner zu stellen wagt. Höchstens in einem der Läden, im Treppenhaus, am Fußgängerüberweg. Dort droht tatsächlich der Einzug von Asylbewerbern in ein ehemaliges Bundeswehrgebäude und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Zugegeben nicht alle. Doch die Frage: Wo sollen die denn einkaufen?, soll schon beantwortet werden. Ist doch alles so teuer in der Gegend. Die werden nichts zum Anziehen haben. Nichts zum Essen? Selbst die Supermärkte. Diese armen Menschen. Diese Irrläufer zwischen den Grenzen. Und dann fehlt ihnen auch noch die Etikette und ein bisschen unachtsam werden sie sicher sein. Oder hieß es: sind sie? Eine kleine Nuance am Rande im immens wichtigen Feldzug gegen die Reichenunterwanderung. Und dann das Verbrechen. Ganz klar, dass die alle auf dem normalen Weg nicht zum Aufstieg kommen. Diesen Menschen muss man helfen. Denen darf man nicht vor die Nase führen, was es heißt, reich zu sein. Schützt sie vor der Verführung. Der Teufel wohnt in der Verlockung. Da muss man stark sein. Widerstehen können. Da muss man genug Geld auf der Bank haben, sonst kommt Neid auf. Man kann halt nicht alles haben im Leben. Vieles. Aber nicht alles! Der amerikanische Mythos vom Tellerwäscher hat bitteschön in einem anderen Stadtteil stattzufinden. Da, wo das Tellerwaschen nicht so teuer ist. Denn selbst das Tellerwaschen ist ja wegen der Teller hier teurer. Und was alles passieren kann, Autos zerkratzen, vielleicht auch noch mal Kinder anhalten, gib mir mal dein Taschengeld, dein iPhone. Krieg und Verfolgung? Dafür haben wir die Tagesschau.