2.0-telling

2.0-telling

Soeben oder im nächsten Herbst entscheidet sich tatsächlich die Zukunft der Buchbranche. Auch wenn James Frey eingesteht, dass es sich dabei um eine der Zukünfte handelt. Crossmedial kommt sein neues Buch daher. Als virales Rätsel mit Aussicht auf den Millionengewinn, natürlich gleich als App und als ein Social-Media-Event auf YouTube und anderen Kanälen. Eine TV-Show womöglich und die Filmrechte sind auch schon verkauft. Jetzt muss es den Lesern nur noch gefallen, dann darf der Hype starten. Wobei ähnliche Phänomene zur Genüge zeigen, dass Besitzen nicht unbedingt heißt, dass ein Buch auch gelesen wird. Frey hat es gut. Er gilt als Enfant terrible. Die Idee hinter seinem 468 Seiten langen Sci-Fi-Roman bestand sicher darin: Wie muss sich ein Autor in einer sich verändernden Buchwelt positionieren, um maximal wahrgenommen zu werden? Dass Frey dabei kräftig vom Marketing seines Verlags profitiert, mag dahingestellt sein. Das wünscht man jedem Autor. Die Frage, die sich allerdings nie beantworten lassen wird: Wer schrieb das Buch – der Effekt oder der Autor? Mussten Erzählstränge angepasst werden, damit sie umso schillernder als App verkauft werden können? Der Zirkus regiert. Die Elefanten laufen durch die Stadt. Niemand soll sagen dürfen, nichts davon gewusst zu haben. Ihr dürft alle mitmachen. Ihr dürft alle dazugehören. Das Buch heißt übrigens „Endgame“. Wenn es jemanden interessieren sollte. Am besten, wir kaufen erst mal die App als Gratisversion.